Auch 2019 wurden die Westfälischen Naturisten-Tage wieder zum größten mehrtägigen, naturistischen Ereignis im Westen. Das Münsterland und seine Umgebung bis in den Teutoburger Wald hinein war an 9 aufeinanderfolgenden Tagen Ziel nackter Wanderungen, Radtouren und anderer naturistischer Unternehmungen wie dem nackten Besuch von Wildpferden. Die Halterner Zeitung hatte ihre Leser schon vorab darauf vorbereitet, dass wieder mehr Nacktwanderer und andere aktive Naturisten in der Umgebung unterwegs sein werden.

 

Das Wetter empfing die Naturisten zunächst mit heftigen Windböen, Niesel und Schauern sowie kühlen Temperaturen. Einige testeten Ihre körperliche Robustheit im Regen, andere die Schutzwirkung ihrer Regenjacken. Ergebnisse: Die Toleranz des unbekleideten menschlichen Körpers gegen die kühlende Wirkung von Wind und Regen kann erstaunlich groß sein, ist individuell aber recht verschieden. Einer begnügte sich mit einem Regenschirm und blieb bis zum Schluss unbekleidet, aber beschuht, ein anderer ging unbekleidet und barfuß, trocknete sich dann unter der letzten Brücke mit einem mitgenommenen T-Shirt ab und zog nun eine wärmende Jacke an. Zwei von uns gingen barfuß, während ein anderer, der sonst auch gern barfuß geht, beschuht blieb aus Sorge, auf dem durchnässten Boden kalte Füße zu bekommen - um dann später festzustellen, dass er nun kalte Füße hatte, weil seine Schuhe und Socken mittlerweile durchnässt waren.

Aber: Von nun an ging's bergan (mit den Temperaturen).

WNT 2019 Photo Reportage

WNT-Wetter zweite WochenhälfteTatsächlich steigerte sich das Spätsommerwetter auf die angekündigten 32° am abschließenden Sonntag, nachdem bereits die Vortage hochsommerliche Wetterverhältnisse mit putzblauem Himmel beschert hatten. So waren die anfänglichen Wolken und kühlen Winde schnell vergessen.

In der münsterländischen Bevölkerung erweckte das verstärkte Auftreten von Naturisten in Wald und Feld durchaus wohlwollendes Interesse - die Natursportler hatten zahlreiche Begegnungen mit Einheimischen und konnten viele, immer wieder gestellte Fragen beantworten: Darf man das denn einfach? - Na klar! Natur ist nirgendwo verboten. | Ist euch denn nicht kalt? - Nö, überhaupt nicht! Zweimal allerdings riefen uninformierte Mitbürger, die Nacktwandern offensichtlich nicht richtig einordnen können, die Polizei hinzu. Die stellte kurz und bündig fest, dass es sich bei uns eben einfach nur um Nacktwander*innen handelt, und wünschten uns eine schöne, weitere Wanderung. Schade, dass es immer noch Leute gibt, die unter ihren eigenen, schlechten Phantasien leiden, und die Polizei mit ihren unnötigen Anrufen von wichtigeren Einsätzen abhalten.

Die lokale Gastronomie bot den hungrigen Nacktsportlern nach ihren Unternehmungen gute münsterländische Küche, die sich die Wander*innen nach 15 bis 19 km langen Wanderungen, die Radler*innen nach um die 50 km langen Touren auch verdient hatten. Quartier bezogen die aktiven Naturist*innen aus vielen Bundesländern, aber auch aus den Niederlanden und aus Frankreich, teils auf Camping-Plätzen, teils in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen. So kamen während der WNT zu den Aktivitäten teils mehr als 30 Teilnehmer*innen zusammen. Sie bauen darauf, dass die WNT eine feste Einrichtung im Naturisten-Jahreslauf bleiben.

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